Rehabilitation des Wortes “Gott”
Transformation zum Gottfeld
Immer wieder treffe ich Menschen, die mit dem Wort „Gott“ Schwierigkeiten haben.
Sie fragen mich, warum ich diesen komischen Titel gewählt habe, der es ihnen schwerer macht, die doch ansprechenden Gedanken hier auf der Webseite und im Buch anzunehmen und wirken zu lassen.
Manchmal fragte ich mich das auch, warum ich es mir nicht leichter gemacht und ein anderes Wort genommen habe :-). Doch der Titel „Gottkind“ entstand auf eine Weise, die es deutlich machte, dass es genau dieser Begriff sein sollte. Dazu vielleicht mehr ein anderes Mal.
Im Laufe des Projektes wurde es klar, dass mit dem Titel Gottkind auch eine Art Rehabilitation des Wortes Gott verbunden ist. Ganz viele Menschen, dazu zähle ich mich auch, haben aufgrund ihrer Geschichte ein eher angespanntes Verhältnis zu dem Begriff. In der frühen Kindheit besteht häufig noch eine naive, und auch lebendige positive Anbindung zu Gott, die dann mit zunehmenden Erwachsen-Werden verblasst und als junger Erwachsener meistens ganz verschwindet. Dies resultiert vor allem aus dem Kennenlernen dessen, was unter dem Namen Gott von Menschen anderen Menschen angetan wurde und immer noch wird, und den häufigen Schwierigkeiten mit den religiösen Institutionen. Deswegen gelingt bei nur wenigen Menschen die notwendige Transformation des mythischen Gottes der Kindheit zu dem unendlichen wohlwollenden intelligenten Gottfeld des rationalen Erwachsenen.
So stirbt Gott für den rationalen Menschen der heutigen Wissensgesellschaft, und der Begriff bleibt leer. Die Leere wird gefüllt mit Bestimmungen wie Geld und Macht, Erfolg, Schönheit, Bedeutung, usw. Auch die Rettung der Welt kann zu einer Ersatzreligion werden mit den entsprechenden schwierigen Begleiterscheinungen. Unter den vielen klugen Büchern zu dieser Entwicklung kann ich besonders das „Atman-Projekt“ von Ken Wilber empfehlen.
Wenn Menschen dann doch einen spirituellen Entwicklungsweg gehen, ersetzen sie das Wort Gott mit anderen Begriffen wie die Quelle, das große Ganze, das Nichts, das Ich-bin, usw. Für viele funktioniert das, und das ist ganz wunderbar. Und für viele andere sind diese Begriffe doch nur Ersatz, denn das Wort Gott bleibt für sie das Symbol für das eine Unbegreifliche, dessen Teil sie sind. Sie wollen den Begriff Gott zurück, ihm eine Bedeutung geben, mit der sie dann tatsächlich in lebendige Verbindung gehen können. Dies bedarf dann der Transformation der Bedeutung des Wortes zu dem unendlichen wohlwollenden intelligenten Feld, das wir Gott nennen und als Wirklichkeit spüren und erfahren können.
Das Gottfeld
Und ich hoffe, dass das Teilen meiner Gedanken dazu beiträgt.