Leiden oder Freude

Was motiviert dich?

Heute möchte ich eine interessante Beobachtung teilen, die für den inneren Entwicklungsweg des Menschen wichtig ist.

Es geht um die Motivation, was die Menschen bewegt, sich auf den Weg zum wahren Selbst zu machen oder diesen Weg immer weiterzugehen.

Immer wieder sehe und höre und lese ich, dass Leiden notwendig für Entwicklung ist. Wahrscheinlich ist das auch so bei dir angekommen. Der Mensch muss erst tief fallen, um sich tatsächlich aufzumachen und sich und sein Leben zu ändern. Er muss erst an die Grenzen seines Selbst- und Weltbildes kommen, um dieses tatsächlich in Frage zu stellen. Diese Botschaften finden sich auch in vielen wichtigen spirituellen Texten. So kennen wir mit unserem christlichen Hintergrund viele Geschichten von Menschen, die leiden und so zu Gott finden.

Die Hervorhebung der Wichtigkeit von Leiden als Treiber von Entwicklung birgt die Gefahr, dass wir davon ausgehen, dass ohne Leiden keine Entwicklung stattfindet, da der Mensch ansonsten nicht genügend motiviert ist. Und das ist so nicht wahr.

Nach meinen Beobachtungen ist Leiden oder Krise tatsächlich sehr wichtig für den inneren Weg. Einen Weg aus dem Leiden heraus zu suchen, ist für die Menschen der Start des Weges. Und bleibt auch für einige Zeit der Hauptmotivator, denn die Beharrungskräfte der alten Muster sowie Selbst- und Weltbilder sind meistens sehr groß. Was eine lange Zeit eingeübt wurde, braucht einige Zeit, um verändert zu werden. So gesehen braucht es Leiden für ein „Erwachen“ aus dem alten Selbstbild des Ego-Selbst, ein Körper mit einem Verstand zu sein.

Doch mit der Zeit und einem Dranbleiben erweitert sich das Selbstbild um den spirituellen Anteil und etabliert sich tiefer im Ich zu dem, was ich Gottkind nenne. Das wahre, weite Selbst wird erlebt, etabliert sich und wird dann auch gelebt, die Seele übernimmt die Führung. Die Stimmen des Egos und das damit verbundene Leiden werden unbedeutender und so wandelt sich der Treiber der inneren Entwicklung. Es geht jetzt um die Freude an dem Leben und Erleben als weites Selbst, mehr Erfahrungen als spirituelles verbundenes Wesen zu machen und zu teilen.

Die stille Freude zu spüren in Zeiten von Stille und Kontemplation, die Verbindung zu erfahren bei bewussten Begegnungen und tiefen Austausch mit anderen Menschen, oder die Schönheit der Welt als Ausdruck der Liebe in Form überall zu erkennen.

Freude an der Schönheit

So fasse ich mit einem Lächeln im Gesicht zusammen: Leiden ist nur der Start, braucht es zum Erwachen und vielleicht auch für die erste Zeit der Entwicklung aus dem alten Selbstbild. Doch dann übernimmt die Freude an dem Erleben von sich selbst in der Welt und macht den Weg leicht und gelassen.

Viel Freude!

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